Bekleidung und Textilien

Wissen Sie, was Sie gerade tragen? Wahrscheinlich viel Textilfarbe und sonst noch einige Chemikalien mehr, die unserer Gesundheit schlecht bekommen. Gifte, die sich in Kleiderstoffen finden, reizen nicht nur die Haut, sondern werden über sie auch aufgenommen und belasten innere Organe und das Hormonsystem.
Auch vor Baby- und Kinderbekleidung machen chemische Zusätze nicht halt. Durch den ständigen Hautkontakt mit der Kleidung kann eine Menge davon in den Organismus gelangen. Außerdem nuckeln Kinder bisweilen an ihrer Kleidung. Mit Kleidungsstücken aus Bio-Baumwolle, mit Umweltzeichen und ohne Kunststoffaufdrucke können Sie vorbeugen. Verzierungen durch Bänder, Kordeln oder Perlen bergen Gefahren wie Verschlucken und Strangulieren.
Für Neugeborene empfiehlt sich eine Grundausstattung: mehrere Bodys, Hemdchen oder T-Shirts, Strampelanzüge, Söckchen und eine Jacke für draußen. Praktisch sind aufknöpfbare Halsausschnitte und durchgehende Strampelanzüge und Bodys statt Hemd und Hose getrennt, so kann nichts verrutschen.
In der Textilindustrie kommen bis zu 1900 verschiedene chemische Substanzen zum Einsatz, von denen 1700 nicht ausreichend hinsichtlich ihrer Gesundheits- und Umweltverträglichkeit klassifiziert sind. Unter anderen werden Bakterizide und Fungizide beigefügt, um Fasern resistent gegen Bakterien und Pilze zu machen. Auch Formaldehyd, Epoxidharz und Dispersionsfarbstoffe finden häufig ihren Weg in die Verarbeitung und können als Rückstände auf der Kleidung bestehen bleiben. Einige sind aufgrund ihrer Giftigkeit mehr oder weniger reglementiert. Die EU überdenkt eine stärkere Reglementierung von Allergenen und reizenden Substanzen, Schweden und Dänemark fordern zudem hormonverändernde Substanzen wie z. B. Weichmacher in Kleidung stärker zu reglementieren. Es ist schwierig, die Zusammensetzung einer Textile zu beurteilen, da die Etikettierung lückenhaft ist: Angaben zu Art des Anbaus und Webens der verschiedenen Fasern, Färbemethoden, diverse Behandlungen, etc. fehlen meist. Die komplexe Verarbeitung ist für KonsumentInnen nur schwer durchschaubar. Angaben zu schädlichen Substanzen in Textilien fehlen. Die Globalisierung verkompliziert die Lage weiter. Der Druck seitens der KonsumentInnen ist daher essentiell, um Transparenz in diesem Sektor zu erreichen. Dies betrifft nicht nur die gesundheitsschädlichen Inhaltstoffe, sondern auch die Umweltverschmutzung und  menschliche Ausbeutung im Textilsektor.

Infos

Mögliche schädliche Inhaltsstoffe

Tipps!

  • Goldene Regel: Baby- und Kinderkleidung, neue wie gebrauchte, und ebenso Bettwäsche immer vor dem ersten Tragen waschen, am besten mit einem umweltschonenden Waschmittel.
  • Bevorzugen Sie Kleidung mit Gütesiegeln. Die zugrunde gelegten Kriterien sind aber unterschiedlich. Labels wie GOTS, Bluesign, Cradle to Cradle kennzeichnen ohne schädliche Chemikalien hergestellte Textilien; EU Ecolabel (Ökoblume), Blauer Engel, Naturtextil, Öko-Tex Standard 100 testen Schadstoffe im Endprodukt. Mehr Infos zu den Labels...
  • Kleidung für  Babys sollte wegen der Gefahr der Überwärmung nicht zu warm sein. Die Temperatur des Kindes können Sie am besten zwischen den Schulterblättern fühlen.
  • Für unterwegs empfiehlt es sich auch an wärmeren Tagen eine leichte Decke oder ein Baumwolltuch und eine Mütze oder Sonnenhut dabei zu haben - als Schutz vor Kälte und Sonne.