15.03.2012

Jetzt gibts Zucker

Welche Lebensmittel Kleinkinder in welchen Mengen optimaler Weise essen sollten, hat das Forschungsinstitut (FKE) erarbeitet. Danach sollte zugesetzter Zucker maximal sieben Prozent der Energiezufuhr ausmachen. Grundsätzlich ist er in der Ernährung von Babys und Kleinkindern sogar überflüssig, da er die Geschmacksbildung negativ beeinträchtigt und Karies fördert. Für einen Einjährigen gelten 14,9g Zucker, was in etwa fünf Stückchen Würfelzucker entspricht, als gerade noch akzeptabel. Gerade in Getränken ist Zucker daher ein Unding.

Der große Test zeigt ein ungesundes Spiel mit dem Gesundheitsbewusstsein der Eltern: Mit peppigen Werbeaussagen werden meist nur Zuckerbomben verschleiert. Einige Produkte sind sogar so süß, dass bereits eine einzige Portion ausreicht, um das tägliche Zuckerlimit fast ganz auszuschöpfen. Süßer Spitzenreiter ist der Alete Milchbrei Joghurt Erdbeere-Banane von Nestlé: Als natürlicher Schützer der Abwehrkräfte durch Vitamin C und Zink, für starke Knochen und gesundes Wachstum, mit Vitamin D und viel Calcium ausgelobt, schöpft bereits eine Portion 95 Prozent der täglichen Zuckertoleranz aus. Auch Zwischenmahlzeiten sind oft best online casino zu süß. Besonders viel Zucker steckt in Bebivita Frucht & Joghurt Pfirsisch-Maracuja, der pro Portion rund 89 Prozent zur Tageszuckermenge beiträgt. Die Kinderfruchtquarks von Fruchtzerge Banane Erdbeere Birne von Danone, Früchtespaß Erdbeer, Himbeer Aprikose von Netto und Monster Backe Fruchtquark Waldbeeren, Pfirsisch, Himbeer von Ehrmann kommen dagegen mit rund 30 Prozent relativ glimpflich weg.

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Viele Produkte machen mit kunterbunten Abbildungen Appetit auf Erdbeeren, Himbeeren, Bananen und Co. Leider stecken meist oft nur verschwindende 3g Früchte pro 50g-Becher – der Fruchtzuckergehalt zeichnet sich hier also kaum für den hohen Zuckergehalt des Produktes verantwortlich. Um von den zu geringen Fruchtgehalten abzulenken, sind etliche Produkte mit Konzentraten oder Pulvern Roter Beete, Möhren oder Färberdistel (Saflor) versetzt: Das ist zwar nicht schädlich, aber irreführend. Fast drei Viertel der Produkte sind zudem aromatisiert, besonders häufig kommt Vanille zum Einsatz und somit sind kleine Konsumenten bereits von frühester Kindheit an auf den Geschmack industrieller Fertigkost eingeschworen. Auch die Vitaminauslobung auf dem Etikett kommt im Test nicht gut weg: Nicht selten wird über das notwendige Maß hinaus angereichert, nur um den Konsumenten zu blenden. Lediglich die Bioprodukte kommen ohne die unnötigen Zusätzen aus.