01.08.2016

Weichmacher und schwer flüchtige Verbindungen im Haushalt

Schwer flüchtige Verbindungen (Semi Volatile Organic Compounds, kurz SVOC) gelangen im Gegensatz zu flüchtigen Stoffen (Volatile Organic Compounds, kurz VOC) über einen längeren Zeitraum in die Innenraumluft. Verschiedene Weichmacherverbindungen (unter anderem Phthalatverbindungen) treten beispielsweise aus PVC-Bodenbelägen oder Vinylschaum-Tapeten aus. Auch einige Kunststoffe, Farben, Gummi und Klebstoff enthalten teilweise Weichmacher, um sie biegsam, weich oder dehnbar zu machen. In Farben werden sie auch als Lösemittelersatz eingesetzt. Gerade die beliebten Bodenbelege in Parkettoptik sind nicht immer schadstoffarm und werden sehr oft im Haus, Kindergärten, Arztpraxen etc. eingesetzt.

Weitere SVOC sind zum Beispiel Pyrethroide gegen Mottenfraß bei Naturfaser-Teppichen oder in Insektensprays. Auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aus rußenden Kerzen, Schwelbrand im Kaminofen oder verkohltem Toast finden ihren Weg in die Innenraumluft.

Ein langsames Ausgasen, manchmal über Jahre und Geruchsunauffälligkeit machen sie zu einem unsichtbarem Problem.

Auch im Supermarkt gibt es einen Vielzahl an Lebensmittelverpackungen, die Weichmacher enthalten und über die Packung in die Lebensmittel gelangen.
Sie reichern sich im Körpergewebe an und werden zum Teil nur langsam abgebaut.

Welche Gesundheitsrisiken entstehen durch Weichmacher und andere SVOC?

Phthalat-Weichmacher haben einen Einfluss auf das Hormonsystem und können Embryonen schädigen, einige PAK sind krebserzeugend einige Pyrethroide schädigen die Nieren. Das alles erst in hohen Konzentrationen und bei langer Einwirkdauer.

Was kann ich tun, um SVOC und Weichmacher zu vermeiden?

  • Achten Sie beim Kauf, ob Produkte schädliche Weichmacher enthalten und fragen Sie nach Alternativen. Der Siegel “Blauer Engel” zeichnet schadtsoffarme Produkte aus. Oft sind ökologische Alternativen teurer, aber langlebiger
  • Lüften Sie mehrmals am Tag Ihre Wohnung/Haus – Stoßlüftung ist die beste Option
  • Vermeiden Sie es fetthaltige Lebensmittel (Käse, Milch, Joghutz) in Plastikverpackungen zu kaufen, sondern wählen Sie lieber Glas
  • Auch Fast-Food in aufgeschäumteb Behältern ist keine gute Wahl – bringen Sie Ihre eigenen Behältnisse oder Kaffeebecher mit

Quelle Umweltbundesamt:

Unsichtbare Weichmacher