Nonylphenol und Nonylphenol-Ethoxylate (NPEO)

Nonylphenol gehört zur Gruppe der Alkylphenole. Nonylphenol ist die Ausgangssubstanz für die Herstellung von Nonylphenol-Ethoxylaten, die als Waschsubstanzen in der Textilindustrie und Lederverarbeitung viel genutzt werden, zum Beispiel beim Waschen der Textilien während des Färbens. Im Wasser spaltet sich aus dem Ethoxylat das Nonylphenol ab.

Nonylphenole wurden 2012 und Nonylphenol-Ethoxylate 2013 wegen ihrer hormonellen Wirkung in die REACH-Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen. Der Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln ist in der EU verboten. Untersuchungen von Umweltschutzorganisationen zeigen, dass Nonylphenole über importierte Textilien in die EU-Länder gelangen, denn außerhalb der EU ist der Einsatz von NPEO bei der Herstellung und Veredlung von Textilien erlaubt. Der Einsatz von Nonylphenolen in Farben und Lacken, Polymeren und Klebstoffen sowie Fungiziden ist erlaubt. Nonylphenole und NPEO sind als Stoff oder Bestandteil von Zubereitungen in der EU in Konzentrationen über 0,1% verboten. Allerdings zeigen Studien, dass hormonelle Schadstoffe während bestimmter Entwicklungsfenster auch in äußerst geringen Mengen Gesundheitsschäden verursachen können.

Nonylphenole wirken ähnlich wie Östrogene und können die Entwicklung der Geschlechtsorgane von Fischen und anderen Wassertieren stören. Sie sind Endokrine Disruptoren. Nonylphenole zeigen zudem toxische Wirkung insbesondere auf Wassertierarten wie Seelachs, Krabben, Hummer oder Grünalgen. Für viele Wasserorganismen ist Nonylphenol toxisch und führt bei Fischen bereits in geringen Mengen zur "Verweiblichung" von männlichen Tieren.

Nonylphenol ist gesundheitsschädlich beim Verschlucken, giftig und kann Allergien auslösen. Es kann die humane Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und stellt eine mögliche Gefahr für das ungeborene Kind dar.

Dadurch, dass Nonylphenol in die Kandidatenliste aufgenommen wurde, besteht für diese Chemikalie Auskunftspflicht, fragen Sie beim Hersteller nach, ob die Produkte Nonylphenole bzw. NPEO enthalten.

 

Infos

Vorkommen:

  • Kosmetika
  • (Plastik-)Spielzeug, Puppen und Kuscheltiere
  • Arzneimittel
  • Bakterizide und Fungizide
  • Klebstoffe und Harze
  • Farben und Lacke
  • Textilien und Lederwaren

 

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