Phthalate und Weichmacher

Phthalate werden als Weichmacher in vielen Kunststoffen eingesetzt, damit z.B. PVC elastisch und weich bleibt. Man findet sie beispielsweise in Bodenbelägen, Kabeln, Schläuchen, Tapeten, Sport- und Freizeitartikeln, Verpackungsmaterialien, Kinderspielzeug, Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln und Kosmetika, aber auch in Medizinprodukten und Arzneimitteln (z.B. Kapseln und Filmtabletten).

Phthalate können bis zu 50% des Kunststoffs ausmachen und sind in den Kunststoffen nicht fest gebunden. Sie können aus dem Material ausdünsten bzw. durch Kontakt mit Fetten und Ölen herausgelöst werden, und so aus Verpackungsmaterialien auf die Lebensmittel übergehen. In Wohnungen reichern sie sich im Hausstaub an.

Phthalate haben hormonähnliche Eigenschaften und können schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit und das Hormonsystem haben. Stoffwechselprodukte von Phthalaten findet man u. a. im Urin von Kindern. Ferner stehen sie im Verdacht Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes hervorzurufen. Einige der Phthalate können Ungeborene im Mutterleib schädigen, beeinträchtigen die Fruchtbarkeit bei Männern und schaden der Umwelt, vor allem Wasserlebewesen.

Seit 2005 sind Weichmacher in Babyartikeln und Kinderspielzeug für Kinder bis zum Alter von 3 Jahren verboten. Bislang wurden nur EU-Richtlinien für einige Produktgruppen festgelegt. Elektro- und Elektronikgeräte dürfen zum Beispiel maximal zu 0,1 Prozent aus den Phthalaten DEHP oder DIBP bestehen.

Infos

Vorkommen:

  • Kunststoffgegenstände
  • Bodenbeläge und Tapeten
  • Spielzeug
  • Lebensmittelverpackungen
  • Gummistiefel und Schuhe
  • Textilien mit Kunststoffaufdruck

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