Labels

Unter folgendem Link finden Sie alle Informationen zu den zahlreichen Labels/Gütesiegeln: www.label-online.de

Sich unter allen Angeboten zurechtzufinden und aus der Fülle an Produkten ein schadsofffreies herauszufinden ist nicht immer einfach. Auch wenn wir hier keine konkreten Produkte und Marken nennen, empfehlen wir Ihnen, sich an einigen Wegweisern zu orientieren. Doch Vorsicht! Nicht jedem Siegel oder Gütezeichen liegen ausreichende Bewertungskriterien zugrunde und nicht immer müssen diese von einer unabhängigen, zertifizierten Prüfstelle untersucht werden. Das „GS-Zeichen" oder ein TÜV-Prüfzeichen sind in der Regel verlässliche Auszeichnungen. Allerdings werden diese in manchen Fällen auch gefälscht. Achten Sie daher darauf, dass die Prüfstelle auf dem Siegel deutlich erkennbar ist.

Wichtige Siegel, Zeichen und Prüfstellen im Überblick

Blauer Engel

Der „Blaue Engel“ wird federführend vom deutschen Umweltministerium und dem Umweltbundesamt vergeben. Es ist eine Auszeichnung für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen. Einschränkend ist zu sagen, dass es sich nicht um ein Unbedenklichkeitszeichen handelt, sondern in der jeweiligen Produktgruppe nur das im Vergleich umweltfreundlichste Produkt auszeichnet. Der „Blaue Engel“ hat trotzdem seine Verbraucher lenkende Funktion bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Dies hat leider dazu geführt, dass sich einige Branchen von diesem Siegel abgewendet haben.

Im Bereich Textilien: Seit 2011 gibt es auch eine Vergabegrundlage für Textilien. Der Blaue Engel prüft das Endprodukt auf Schadstoffe, nicht den Herstellungsprozess. Nach Greenpeace verbietet der Blaue Engel alle elf Greenpeace-Detox-Chemikalien. Viele Einzelsubstanzen werden explizit benannt, eine Überprüfung kann so einfacher vollzogen werden. Allerdings sind auch bei diesem Standard nicht alle Verbote mit Grenzwerten hinterlegt; für Azofarbstoffe werden z. B. keine Grenzwerte direkt im Dokument benannt. Insgesamt sind die Grenzwerte im Vergleich zu anderen Textilstandards uneinheitlich geregelt. Bei den Phthalaten liegen die Grenzwerte im Vergleich zu GOTS oder Bluesign höher. Andererseits sind die Grenzwerte des Blauen Engels für Schwermetalle vergleichsweise streng gefasst (Quelle: Greenpeace: Textil-label unter der Detox Lupe)

 

Bluesign

Das Schweizer Unternehmen bluesign technologies AG hat einen Standard entwickelt, der gezielt Prozesse in der Textilherstellung optimiert. Anhand der Bewertung eingesetzter Chemikalien und Prozesse werden Empfehlungen erarbeitet, die sich an den besten verfügbaren Techniken orientieren.

Da Bluesign auf Chemikalien und Prozesse fokussiert ist, liegt hier laut Greenpeace die ausführlichste Liste von Substanzen vor, die verboten oder eingeschränkt sind. Die Greenpeace-Detox-Substanzgruppen sind alle benannt und geregelt. Alkylphenole sindverboten und mit Grenzwerten hinterlegt. Positiv ist, dass das Label am konsequentesten Grenzwerte für Einzelsubstanzen aus den Gruppen der Weichmacher und Azofarbstoffe festlegt. Dennoch sind andere Standards in manchen Limits strenger, beispielsweise GOTS und IVN Best bei den Chlorphenolen oder der Blaue Engel bei der zinnorganischen Substanz TBT. Umwelt- und gesundheitsschädliche polyfluorierte Telomere (FTOH), die für wetterfeste Outdoor-Kleidung verwendet werden, sind im Bluesign-Standard erlaubt. Der Grenzwert für das krebserregende Schwermetall Antimon in Polyester ist nach Auffassung von Greenpeace viel zu hoch. Dieser Meinung schließt sich WECF/Nestbau an. Antimonfreie Verfahren sind inzwischen verfügbar und sollten auch von Bluesign vorgeschrieben werden (Quelle: Greenpeace: Textil-label unter der Detox Lupe).

 

CE-Kennzeichen

Das CE-Zeichen ist kein Prüfsiegel in eigentlichen Sinn! Der Hersteller oder EU-Importeur bestätigt lediglich, dass das Produkt „den geltenden Anforderungen genügt“, um ein Produkt in der Europäischen Union auf den Markt bringen zu dürfen. Dabei müssen zwar die gesetzlichen Mindestanforderungen der Mitgliedsstaaten eingehalten werden, aber eine Prüfung durch unabhängige Stellen ist nicht vorgesehen. Es handelt sich also um eine freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller oder Importeure! Einzige Ausnahme bilden Medizinprodukte, die ihre „medizinisch-technische Leistungsfähigkeit“ nachweisen müssen.

ECO Garantie

Dieses Siegel findet sich häufig bei Körperpflegeprodukten sowie Wasch- und Reinigungsmitteln. Die Leitmotive bei der Produktprüfung sind Nachhaltigkeit in der Produktion, Umweltverträglichkeit und Sicherheit. Als Beispiele für Prüfkriterien lassen sich das Verbot von Tierversuchen, genetisch veränderten oder petrochemischen Inhaltsstoffen und die größtmögliche biologische Abbaubarkeit nennen. Positiv wirkt sich auch die Verwendung von biologisch angebauten Rohstoffen aus. Die Prüfung wird durch unabhängige Stellen vorgenommen.

Euroblume

Die Euroblume ist ein internationales Gütesiegel für Produkte und Dienstleistungen aller Art und wurde von der Europäischen Kommission eingeführt. Häufige Anwendung findet dieses Siegel bei Matratzen, Leuchtmittel, Farben und Lacken sowie Haus- und Elektrogeräten. Besonders ist anzumerken, dass für die Euroblume der komplette Produktlebenszyklus zur Bewertung herangezogen wird, d. h. sowohl die Herstellung als auch die Entsorgung wird bei der Vergabe berücksichtigt. Das Siegel muss nach drei Jahren vom Hersteller erneut beantragt werden.

GOTS, Textillabel

Die International Working Group on Global Organic Textile hat den Standard mit strengen Umweltkriterien 2006 eingeführt. Er ist ausschließlich für Naturfaser-Textilien gültig.

GOTS definiert Anforderungen entlang der gesamten textilen Kette – vom Anbau bis zum fertigen Produkt. Eine unabhängige Zertifizierung sämtlicher Verarbeitungsstufen mit jährlichen Betriebsinspektionen garantiert eine hohe Glaubwürdigkeit. Der Standard bezieht zu allen Detox-Substanzgruppen Stellung und belegt diverse Einzelsubstanzen mit Verboten. Einzig kurzkettige Chlorparaffine (SCCP) sind nur indirekt über den Bezug auf EU-Gesetzgebung verboten. Positiv ist, dass die festgesetzten Grenzwerte im Vergleich zu anderen Standards mit am strengsten sind. Als Schwachpunkt ist zu vermerken, dass nicht alle Verbote konsequent mit entsprechenden Nachweis-Grenzwerten versehen sind.  So sind beispielsweise Alkylphenole und ihre Ethoxylate verboten – Grenzwerte aber erst in der Diskussion (Quelle: Greenpeace: Textil-label unter der Detox Lupe).

GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit)

Das GS-Zeichen ist eines der ältesten und bekanntesten Siegel in Deutschland. Es bescheinigt dem jeweiligen Produkt, dass es dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) entspricht. Die im Jahr 1977 eingeführte Zertifizierung soll den Verbraucher bei „bestimmungsgemäßer und vorhersehbarer Verwendung“ vor Schäden schützen. Da die Bedienungsanleitung ein Bestandteil des Produktes ist, müssen alle Warnhinweise des Herstellers entsprechend beachtet werden. Diese Einschränkungen sind deshalb kritisch zu sehen, da die Warnhinweise häufig „allumfassend“ formuliert werden und Kinder das Produkt manchmal nicht „bestimmungsgemäß“ verwenden. Ein Beispiel mag der Satz „Kleinteile nicht in den Mund stecken“ sein.

 

IVN Best

Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) hat das Label im Jahr 2000 eingeführt. Gültig ist es, wie der GOTS, nur für Naturfasern. Es müssen 100 Prozent biologisch erzeugte Fasern eingesetzt werden, das Chemikalienmanagement ist besonders streng geregelt.

Der IVN Best-Standard hält das aktuell maximal umsetzbare Niveau an Textilökologie. Der Standard nimmt bewusst in Kauf, dass manche Produkte aufgrund der strengen Vorgaben gegenwärtig nicht herstellbar sind. In der Produktion dürfen ausschließlich 100 Prozent Fasern aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet werden. Wie GOTS bezieht auch der IVN Best zu allen Detox-Substanzgruppen Stellung und belegt diverse Einzelsubstanzen mit Verboten. Auch in diesem Standard sind die kurzkettigen Chlorparaffine (SCCP) allerdings lediglich indirekt über den Bezug auf EU-Gesetzgebung verboten. Der IVN Best-Standard erweitert, ausgehend vom GOTS, die Liste der unerlaubten Einzelsubstanzen (zum Beispiel bei Phthalaten oder Azofarbstoffen). Schwachpunkt ist, dass nicht alle Verbote mit Grenzwerten hinterlegt sind. Für Alkylphenole und ihre Ethoxylate sind Grenzwerte derzeit in Bearbeitung (Quelle: Greenpeace: Textil-label unter der Detox Lupe).

Label Spiel gut

Spiel gut Label

Das Gütesiegel „spiel gut“ wird von einem unabhängigen Gremium aus Pädagogen, Ärzten, Technikern, Chemie- und Elektronikspezialisten, Umweltschützern und Eltern vergeben. Im Vordergrund steht dabei die kindgerechte Spielbarkeit der Produkte. Weitere Kriterien sind Umweltverträglichkeit, Sicherheit (z.B. CE-Zeichen) und Gesundheitsverträglichkeit (z.B. kein PVC).

Textiles Vertrauen (Öko-Tex)

Den Öko-Tex Standard 100 vergibt die Internationale Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie seit 1992. Der Standard prüft nur auf Schadstoff-Rückstände in Textilien und sagt somit nichts über die Herstellungsbedingungen der zertifizierten Textilien aus. Untersucht werden eingereichten Proben, Betriebsprüfungen finden nicht statt. Die Hälfte der deutschen Verbraucher(innen) kennen das Label.

Nach einer Bewertung von Greenpeace weist das Label hinsichtlich verschiedener bedenklicher Substanzen allerdings große Lücken auf. So werden Chlorbenzole und chlorierte  Lösungsmittel im Standard  gar nicht geregelt. Für andere Chemikalien, wie zinnorganische Verbindungen oder Phthalate, gelten zwar Rückstandsgrenzwerte, aber keine Verbote. Die Grenzwerte liegen auch deutlich höher als bei anderen Standards. Für per- und polyfluorierte Chemikalien spricht der Öko-Tex 100 keine Verbote aus – setzt aber für die Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA) Grenzwerte (Quelle: Greenpeace: Textil-label unter der Detox Lupe)